Durch das Thema Stoffwindeln für Babys bin ich immer mehr auf die Alternativen für die konventionelle Damenhygiene aufmerksam geworden. Viele Shops für moderne Stoffwindeln bieten auch alternative Monatshygiene, d.h. Binden und Slipeinlagen aus Stoff und sogenannte Menstruationstassen aus medizinischem Silikon an.

„Noch mehr Öko geht ja gar nicht“

„Na klar“, dachte ich. „Noch mehr Öko geht ja gar nicht“. Doch je mehr ich über die Stoffe in Wegwerfwindeln recherchierte, umso mehr wurde mir auch bewusst, dass die selben Stoffe in Damenhygieneprodukten enthalten sind. Die gängigen Marken werden von den selben Herstellern produziert, werben einheitlich mit einem „trockenen, sicheren Gefühl“.  Warum eigentlich uns selbst nicht auch Stoff an dem entscheidenden, empfindlichen Bereich gönnen? Die selben Vorteile sprechen dafür: Gesundheit, Ökologie bzw. Nachhaltigkeit und Kostenersparnis. Dass wir weniger Müll produzieren und durch einmaligen Kauf von Stoffbinden oder einer Menstruationstasse weniger Kosten investieren müssen, als für insgesamt mehr als 16.000 Wegwerfprodukte im Leben einer Frau, liegt auf der Hand.

Doch warum sollten alternative Monatshygieneprodukte gesünder sein als konventionelle Produkte?

Laut einem Artikel vom 04. September 2015 des französischen Magazins 60 millions de consummateurs ähnlich zum österreichischen Konsument oder der deutschen Stiftung Warentest, nahm P&G (Procter& Gamble, Hersteller von Tampax und Always) folgende Stellungnahme: „Das absorbierende Material besteht aus Baumwolle, Reyon (aus Viskose) oder einer Mischung aus Baumwolle und Reyon und kann Polyethylen, Polypropylene und Polyester enthalten.“ Diese Mischung aus meist konventioneller Baumwolle (sh. Glyphosat, Pestizide) und verschiedenen künstlichen Materialien ist zusammengeklebt mit weiteren chemischen Stoffen. Diese Kombination aus Chemie und Kunststoffen  ist in direktem Kontakt mit den Schleimhäuten des weiblichen Genitalbereiches, welcher nicht nur sehr empfindlich ist, sondern auch eine schnelle Aufnahme der Stoffe in den Organismus ermöglicht. (1) Nach EU-Recht sind die Hersteller nicht verpflichtet, die ausführliche Liste der Inhaltsstoffe anzugeben, anders als in Amerika wo Damenhygieneprodukte unter Medizinprodukten geführt und reglementiert sind.

DSC02309

Super-saugfähig und super-gefährlich

Binden und Slipeinlagen bestehen laut dem Magazin sogar hauptsächlich aus synthetischen Materialien. Im Kern ist ein Superabsorber (SAP = super absorbent polymer) wie bei Wegwerfwindeln verarbeitet, der beim Kontakt mit Flüssigkeit (in dem Fall Menstruationsfluss) zu einem Gel wird. Kommt das SAP allerdings mit der Haut in Berührung, führt dies zu Hautreizungen.

Die super-saugfähigen Produkte trocknen außerdem unsere Haut aus und verändern den pH-Wert der Scheide, besonders bei der Schleimhaut kann dies fatale Auswirkungen haben. Wenn die Regelblutung noch nicht stark ist oder schon wieder abschwächt, kann das Einführen eines Tampons zu kleinen Verletzungen in der Schleimhaut führen, welche einen optimalen Eintritt für Bakterien darstellen. Darum stehen Tampons in Verdacht, das potentiell tödliche Toxische Schocksyndrom (TSS) auslösen zu können. Dabei treten Bakterien in den Körper ein, welche ein Toxin bilden und dies kann durch Blutvergiftung zum Tod führen. Dazu werde ich noch ausführlicher berichten.

Außerdem enthalten konventionelle Produkte halogenorganische Verbindungen, welche in Verdacht stehen zu Krebs zu führen. Enthaltene Parfüme und Farbstoffe führen womöglich zur Entstehung von Allergien (1,2,3).

DSC02305

Dioxine und Furane

Durch den Bleichungsprozess von Baumwolle, bei dem Chlor zum Einsatz kommt, entstehen Dioxine und Furane. Anders als bei Stoffbinden aus Baumwolle, werden Dioxine und Furane bei den Wegwerfprodukten vor Verwendung nicht ausgewaschen, sondern wandern über die Schleimhäute direkt in unser Blut. Diese chemischen Verbindungen stehen in Verdacht, hormonell wirksam zu sein, Krebs, Allergien und Unfruchtbarkeit auszulösen. Sie wurden 2005 in einer japanischen Studie in Damenhygieneprodukten nachgewiesen. Laut der Studie, seien die gefundenen Konzentrationen unter den Grenzwerten (5) – allerdings ist nicht bewiesen, wie viel davon wie schnell von den Schleimhäuten aufgenommen wird. Da diese Stoffe fettlöslich sind, reichern sie sich im Körper an. Durch den Wechsel der Binden und Tampons kommen die Scheide und damit die Schleimhäute mit mehr und mehr neuen Dosen in Kontakt, und das tagtäglich in der Erdbeerwoche, Monat für Monat.

Formaldehyd und Phtalate (Weichmacher)

In einem Test des Ökotest (2009) und der Women’s Voices for the Earth Initiative (2013) wurde in einigen konventionellen Produkten Formaldehyd nachgewiesen, ein für unseren Organismus hochaktiver, toxischer Stoff – ein potentieller Krebsauslöser. Die Grenzwerte für Formaldehyd in Damenhygieneprodukten unterliegt den selben gesetzlichen Richtlinien wie Zellstofftaschen- und Kosmetiktüchern, obwohl wir die Binden und Tampons stundenlang für mehrere Tage JEDEN Monat an unseren Schleimhäuten tragen.

Phtalate gelangen ebenfalls wie das Formaldehyd über die Verpackung in die Produkte und können ebenso wie die vorher genannten Stoffe fatale Auswirkungen auf unseren Körper haben, da sie wie ein Hormon im Körper wirken – sie führen u.A. zur Krebsentstehung und Unfruchtbarkeit.

Zusammengefasst…

…bestehen die konventionellen Monatshygieneprodukte aus vielerlei Stoffen, die wir nicht an und schon gar nicht in uns tragen wollen. Es gibt die Möglichkeit, auf ökologischere Produkte zu wechseln, die jedoch auch Müll und vor Allem Kosten verursachen.

DSC02313

Meiner Meinung nach stellen Stoffbinden und –Slipeinlagen bzw. Menstruationstassen die beste Alternative  dar, aber das muss jede Frau für sich selbst herausfinden und entscheiden. Da ich mit diesem Artikel besonders hervorhebe, warum frau die Nutzung konventioneller Damenhygiene bedenken sollte, werde ich an dieser Stelle meine Ausführungen beenden und dir die einzelnen Produkte zur Alternativen Monatshygiene Stück für Stück mit eigenen Erfahrungen und Produkttests in Folgeartikeln näher bringen.

Außerdem präsentiere ich dir einige österreichische und deutsche, bzw. europäische Hersteller und Händler, damit du gleich weißt, Wer hinter den Produkten steckt und Wo du sie kaufen kannst.

Quellen:

(1) 60 millions de consummateurs, Artikel vom 04. September 2015: http://www.60millions-mag.com/2015/09/03/obtenir-la-composition-d-un-tampax-c-est-pas-coton-8018

(2) Ökotest 2009: https://docs.google.com/file/d/0B12f2G3d2ISfcWNOVzlrXzQtajcxRWR5QXFIeTlfcjNsVi1V/edit

(3) Women‘s Voices for the Earth, annual report Nov. 2013: http://www.womensvoices.org/wp-content/uploads/2013/11/Chem-Fatale-Report.pdf

(4) http://www.sat1.at/ratgeber/gesundheit/so-gefaehrlich-sind-tampons-wirklich-100312

(5) Japanische Studie zu Dioxin und Furanen in Damenbinden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15916504

(6) Webseite des Wiener Unternehmens Erdbeerwoche, Information und Shop: www.erdbeerwoche.com

ew-box_shop

Gewinnspiel für „Bleeding Women“

Der Preis: Du hast die Qual der Wahl zwischen einer Menstruationstasse oder einer Detox-Box!

Um nun den Weltfrauentag zu zelebrieren, freue ich mich ganz besonders auf das heutige Thema und das dazugehörige Gewinnspiel, welches von der Erdbeerwoche gesponsert  wird – vielen lieben Dank dafür! Die beiden Frauen hinter dem Wiener Unternehmen machen Schluss mit der Menstruation als Tabuthema und betreiben intensiv Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung.

Kommentiere ob du die Box oder die Menstruationskappe gewinnen möchtest (und gern auch warum).

Das Gewinnspiel endet in zwei Wochen am 22. März 2017 und der Gewinner wird unter dem Beitrag bekannt gegeben.

Du erklärst dich mit deinem Kommentar dazu einverstanden, namentlich genannt zu werden.

Wir wünschen dir ganz viel Glück!