Im Portrait: Isabel Fleschhut

Isabel absolvierte nach ihrem Abitur 1994 das Studium zur Diplom Bekleidungsingenieurin an der Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen. Als Hobby-Näherin interessierte sie neben dem kreativen Aspekt der praxisorientierte, technische Teil dieses Studiums – Modedesign wäre ihr persönlich zu einseitig gewesen. Somit vereinte das gewählte Studium ihre Interessen und sie würde diesen Weg immer wieder einschlagen. In den Praxissemestern schnupperte Isabel in die ersten Firmen hinein, lernte viel über die industrielle Herstellung von Bekleidung. In ihrem zweiten Praxissemester bei BMW erhielt sie einen Einblick in die Zweigbranche der Sitzbezugsherstellung  und Lederverarbeitung.

Zum Abschluss ihres Studiums hat sie im Zuge der Diplomarbeit zusammen mit der Firma Schöffel für die Baden-Württembergischen Förster eine neue Jacke entwickelt, die noch heute den Hauptteil deren Dienstkleidung ausmacht.  „Das war eine super tolle Erfahrung, vor allem weil ich durch die naturverbundenen Förster meinem eigentlichen Ziel, nämlich Natur und Textilien zusammenzubringen, etwas näher gekommen bin“, berichtet mir Isabel.

Schon während des Studiums suchte Isabel verzweifelt eine Praktikumsstelle in einem der damals extrem seltenen Unternehmen, welche Biokleidung herstellten. Das war zu dieser Zeit allerdings nicht einfach und so blieb ihr diese Erfahrung verwehrt.

Nach dem Studium arbeitete Isabel ungefähr 1,5 Jahre bei Sanetta Kindermoden als Assistentin der Produktmanagerin für die termingerechte Fertigstellung der Musterkollektionen. Danach konnte sie ein unwiderstehliches Angebot von Adidas nicht ausschlagen und war dort ca. 2,5 Jahre zusammen mit einem „sensationellen Team“ für die Entwicklung  von Fußball- und Rugbytrikots für die größten Clubs und Ländermannschaften der Welt zuständig. „Eine unglaublich tolle Zeit!!“

eye Label

Logo „The eYe company“

Der Beginn der Selbstständigkeit – Das Label „The eYe Company

Aus persönlichen Gründen zog Isabel 2003 nach Biberach, wo ihre Selbstständigkeit begann:

Ich habe meine erste kleine Kollektion „made in Germany“ mit Öko Tex zertifizierten Stoffen unter meinem Label „eYe“ entworfen und in Kleinserie nähen lassen, einen kleinen alten Laden angemietet, ihn bunt angestrichen und die „eYe“-Kollektion zusammen mit anderen bunten tollen Marken in meiner winzigen quietschigen Boutique in Biberach verkauft.
Wie es zu erwarten war, ist Biberach aber nicht Berlin Mitte und so habe ich nach ca. 3 harten Jahren aufgegeben und den Laden wieder geschlossen. Es war einfach zu individuell für unser kleines Städtchen – in Berlin hätte das Konzept zu dieser Zeit garantiert funktioniert!
„the eYe company“ und meinen großen Traum von Mode made in Germany, mit kurzen Wegen und nachhaltiger Produktion habe ich aber nie aufgegeben.

Wunschröcke bei DaWanda

Etwas frustriert war sie aber doch und so hat sie sich in den nächsten Jahren auf das Entwerfen von T-Shirt Motiven konzentriert, bevor sie dann bei DaWanda durchstartete und recht erfolgreich begann v.A. Wunschröcke zu nähen.

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Logo Bloodmilla

Seit Anfang 2013 gibt es schließlich den Online Shop Bloodmilla, über den Isabel Produkte für die nachhaltige Frauenhygiene entwirft und verkauft. Lies in unserem Interview unter Anderem mehr über die Stoffbinden und -Slipeinlagen (Bloodmillas), Levantiner Schwämmchen und Vulvi Pads.

By | 2017-09-28T07:04:19+00:00 September 5th, 2017|Wahnsinns Persönlichkeiten im Interview|1 Comment

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  1. […] Ihren beeindruckenden Werdegang habe ich dir hier geschildert. In diesem Beitrag erfährst du im Zuge unseres Interviews mehr über ihre Bloodmillas (Binden und Slipeinlagen aus Stoff) und andere alternative Damenhygieneprodukte. […]

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