The Terrible Two – Die Autonomiephase

Heute war es wieder so weit. Wutanfall Deluxe. Der begrüßt uns momentan fast täglich und meistens wenn es um das An-, Um- oder Ausziehen geht. Oder weil die Erbse neben einer anderen Erbse liegt. Durch Kommunikationstrainings weiß ich theoretisch wie man solche Situationen lösen könnte. Sehr gute Praxisbeispiele habe ich in der Ausbildung zur Tagesmutter kennengelernt. Aber Theorie und Praxis liegen meist weit auseinander.

Oder doch nicht?

Das Wut-Monster wütet

Da war es also wieder, das große Wut-Monster. Geschrien hat mein Sohnemann, als würde ich ihm die Haut bei lebendigem Leib abziehen. Du kennst das vielleicht von deinem Kind. Oder wirst es noch kennen lernen. Üblicherweise lasse ich ihn wütend sein, versuche seine Emotion zu spiegeln oder pass einfach auf, dass er mir und sich nicht weh tut. Nach einiger Zeit (gefühlten Stunden) ist der Spuk meist vorbei. Dann sagt mein Schatz: „P. weint“ und ich: „Ja, du hast geweint, aber jetzt ist alles wieder gut?“ – „Alles wieder gut!“ und wir können in Ruhe damit fortfahren, was auch immer ihn so aus der Fassung gebracht hat.

Doch heute hatte ich aufgrund von zu viel Schlaf recht starke Nerven. So konnte ich mich auf die Tipps aus der Ausbildung besinnen.

Der Energie-Erhaltungssatz

Der Emotion mit der gleichen Intensität begegnen und dabei authentisch sein. Ehrlich zeigen, dass man das Kind im Moment der Emotion (Wut) versteht und abholt. Wenn ich in dem Moment versuche, beschwichtigend und ruhig auf ihn einzureden oder ihn sogar schimpfe, weil er nicht das tut was ich will, fahre ich mit voller Kraft gegen eine Wand.

Wenn ich allerdings mit derselben Energie antworte, die er mir zeigt und ihn dort abfange, wo er emotional gerade festhängt, dann sind wir auf einem Niveau. Dann hört er mich und ich kann versuchen, ihn von seinem Wut-Level herunter zu holen.

Klarer Fall: An-Fall.

Mein Sohn schrie also, schlug um sich. Wollte hoch genommen werden und doch nicht. Ich sagte sehr energisch, Blickkontakt zu ihm haltend: „Ich weiß, du bist wütend. Weil die Mama will, dass du etwas machst, das du gerade nicht willst“. Kurze Stille. Weiteres Schreien, aber schon weniger intensiv, so schaltete auch ich einen Gang runter und wiederholte meine Aussage. Noch Einmal und es war vorbei! Wirklich vorbei, nach insgesamt geschätzt 2 Minuten, wenn überhaupt! Ich war total geplättet, dass dieses ehrliche, intensive Spiegeln funktioniert hat! Nun hab ich keine Angst mehr vor dem Anziehen, denn ich weiß nun wie wir das Wut-Monster gewähren lassen, aber doch in Zaum halten können. Der Winter kann kommen! 🙂

 

Wie gehst du mit dem Wut-Monster der Kleinsten um? Oder sogar deinem eigenen? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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One Comment

  1. Rabenpapa 7. November 2017 at 20:42 - Reply

    entweder ich versuche meinen sohn zu beschwichtigen bzw auf ein anderes thema zu bringen oder lass ihn einfach in ruhe. I-wann nach einigen minuten hörts dann auf.

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